Presberg 1961

Internet macht`s möglich, Programm 1961 1.Veranstaltung

 

Wiesbadener Tagblatt

Hans Stuck nur Vierter

Beste Tageszeit: 4:44,2 / Viele Ausfälle

 4. Hans Stuck (Stuttgart) 5.29,9 BMW 700.

Einige Zeit vor sieben Uhr herrschte am Sonntag reges Treiben am Fahrerlager auf der Rheingauer Alp,

wo die Teilnehmer des Bergrennens ihre schnellen Fahrzeuge für das schwierige Rennen in Ordnung brachten.

 Tief hängende Wolken zogen über die Alp  hinweg und ein schwerer Regen fiel auf die Rennstrecke.

 Doch ungeachtet des schlechten Wetters hatten sich sehr viele Zuschauer eingefunden,

um der interessanten Auseinandersetzung beizuwohnen.

Sie wurden nicht enttäuscht, denn jeder einzelne Teilnehmer gab sein Bestes,

da es ja nicht nur allein um Sekunden, sondern auch um Punkte und Wertungen ging.

Wie schwierig diese 3,3 Kilometer lange Rennstrecke war, mußten die Fahrer bereits beim Training am Samstag feststellen.

Vor allem die „steigende Serpentine“ stellte harte Anforderungen.

 Das hatte ein Fahrer auf Porsche als erster verspüren müssen, als er sich,

aus der Kurve kommend, etwa zehn Meter vor dem Ziel mit seinem Wagen überschlug und herausgeschleudert wurde.

Sein Wagen wurde aus der Bahn getragen und blieb zerstört am Abhang liegen.

 Er wurde sofort in das Rüdesheimer Krankenhaus gebracht,  wo sich die Verletzungen als nicht lebensgefährlich herausstellten.

Aber auch am Sonntag während des Rennens gab es einige Ausfälle.

 Ernst Hamberger (Mittenkirchen) auf NSU Prinz hatte ebenfalls das Pech,

vor dem Ziel von der Bahn abzukommen. Unversehrt konnte Hamberger aus dem Wagen klettern, während sein Wagen Totalschaden erlitt.

Das gleiche Mißgeschick ereilte Josef Hecht (Eberet) in der scharfen Kurve etwa 600 m vor dem Ziel.

 Mit seinem Alfa Romeo rutschte er die Böschung hinunter. Aber auch er konnte seinen Wagen unverletzt verlassen.

Einen weiteren Ausfall gab es für Karl Ernst Heinkel (Stuttgart) auf Porsche Carrera.

Der in einer Kurve gegen den Randstein geschleudert wurde und somit ebenfalls das Rennen aufgeben mußte.

 Gegen 9.30 Uhr hörte der Regen auf, die Sonne brach durch, und die Fahrer konnten nunmehr alles aus ihren Wagen herausholen.

 Besonders Rüschenbaum (Darmstadt) mit seinem Porsche Carrera Abarth wagte das Letzte mit großem Kämpferherz, um Sekunden zu gewinnen.

Die Nachwuchsfahrer Weber (Offenbach) und Eberhard Mahle (Stuttgart)  auf Porsche bzw. auf Mercedes 300 SL zeigten,

daß sie bereits mit ihrer disziplinierten Fahrweise zur Spitzenklasse gerechnet werden können.

Gut waren auch die Leistungen der Wiesbadener Vehling auf  Jaguar 3,8, des Amerikaners Dick Sommerville auf Triumph TR 3,

Günther Drees (Lorch) auf Mercedes 300 SL sowie Dr. Bender (Ferndorf) auf Alfa Romeo SS,

William Dufy (Wiesbaden) Porsche Super 90, Weiland (Mainz) Porsche, Kreisel (Wiesbaden) Lotus Elite und

 Graf Matuschka-Greiffenklau (Schloß Vollrads) auf VW Okrasa.

Eine besondere Überraschung war, das der alte Bergspezialist Hans Stuck (Stuttgart) auf seinem BMW 700 nur Vierter wurde, 

 was auf die regenfeuchte Straße zurückzuführen sein dürfte. Nach diesem erfolgreichen Bergrennen, das auf das Beste organisiert war,

 dürfte es feststehen, daß in jedem Jahr auf dieser Rennstrecke die Bergrennen stattfinden werden.

Ergebnisse der einzelnen Klassen:

Tourenwagen bis 600ccm: 1. Charly Brown (Ennepetal) 5:40,3, 2. Karl - Heinz Trettau (Garmisch) 5:47,5, alle NSU Prinz. - Tourenwagen 601 bis 700ccm: 1. Kurt Pfnier (Duisburg) 5:25,0, 2. Manfred Behnke (München) 5:27,5, 3. Hans Kater (Wiesbaden) 5:28,6, 4. Hans Stuck (Stuttgart) 5.29,9 alle BMW 700. - Tourenwagen 701 bis 850ccm: 1. Bernd Blank (Freudenberg) DKW Junior 5.55,6, 2. Peter Marx (Saarbrücken) Panhard 6:02,7, 3. Willy Neßling (Pirmasens) Renault Gordini 6:03,0.

Tourenwagen 851 bis 1000ccm: 1. Alfred Klink (Schömberg) AU 1000 5:24,7, 2. Michael Endreß (Durach) AU 1000 5:29,2, 3. Johann Abt (Kempten) AU 1000 5.37,0, 4. Hans-Jürgen Graffmann (Wiesbaden). Tourenwagen 1001 bis 1300ccm: 1. Hans Bergmann (München) Alfa Romeo 5.23,4, 2. Theo Függer (Pirmasens) Hansa 1100 6.17,6, 3. Lothar Rosemeyer (Olpe) VW 6.37,7. - Tourenwagen 1301 bis 1600ccm: 1. Artur Feltes (Saarbrücken) Volvo PV 5.22,5, 2. Josef Maassen (M.-Gladbach) Volvo PV 5:23,2, 3. Alfred Höber (München) Volvo PV 5:25,8. -

Tourenwagen 1601 bis 2000ccm: 1. Horst Bergschneider (Regensburg) Citroen 5:40,8, 2. Artur Feltes (Saarbrücken) Peugeot 404 5:42,5, 3. Peter merkle (Stuttgart) Mercedes 190 5.48,2. - Tourenwagen 2001 bis 2500 ccm: 1. H. E. Sieglbauer (München) Mercedes 220 SE 5:22,1, 2. Willy Nießling (Pirmasens) Mercedes 220 SE 5.38,3, 3. Adolf Körber (Heimlingen)Mercedes 220 SE 5:43,5. - VW-Okrasa-Klasse: 1. Graf Matuschka-Greiffenklau (Schloß Vollrads) 5:16,6, 2. Diel Templeton (Wiesbaden) 5:41,1.

Grand Tourisme 600 bis 1000 ccm: 1. Helmut Zick (Hannover) Fiat Abarth 1000 5.03,3, 2. Peter Ruby (Freiburg) DKW Junior 5:07,4, 3. Heinrich Hülbrich jr. (Parscheid) Fiat Abarth 5.22,7. - Grand Tourisme 1001 bis 1300 ccm: 1. Dr. Lothar Bender (Ferndorf) Alfa Romeo SS 4:58,1, 2. Georg Kreisel (Wiesbaden) Lotus Elite 5.02,3, 3. Dieter Wipperfürth (Mannheim) Alfa Romeo GSV 5.08,3. Grand Tourisme 1301 bis 1600 ccm: 1. Wilfried Rüschenbaum (Darmstadt) Porsche Carrera 4.44,2, 2. Dr. E. Pflugbeil (Frankfurt) Porsche Carrea 4:50,6, 3. Michel Weber (Offenbach) Porsche Carrera 4.52,9.

Grand Tourisme über 1600 ccm: 1. Eberhard Mahle (Stuttgart) Mercedes 300 SL 4:48,0, 2. Noecker (Düsseldorf) Mercedes 300 SL 4.53,1, 3. Günther Drees (Lorch) Mercedes 300 SL 5.08,6.

Wiesbadener Tagblatt 21. August 1961

 

Wiesbadener Kurier

Auge des Gesetzes drückt zwei Augen zu
Wo 40 km erlaubt sind, fahren „Bergrenner“ dreimal so schnell

Taunus-Prüfung zwischen Wisperchaussee und Presberg ein
voller Erfolg

Mit einem 82,48- km-Schnitt jagte der Darmstädter Wilfried Rüschenbaum seinen Porsche Carrera Abarth durch die 28 Kurven

der 3280 m langen Bergstrecke zwischen der Wisperchaussee und der Rheingauer Alp.

Das war nicht nur der Sieg in der mit 24 Fahrzeugen am stärksten besetzen Klasse(Grand Tourisme bis 1600ccm),

es war zugleich auch die absolut schnellste Zeit, die bei dieser vom Hesse Motorsports Club ausgerichteten Taunus - Bergprüfung,

 dem vierten Lauf zur deutschen Tourenwagen - Bergmeisterschaft, erzielt wurde! 

Dabei hatte Rüschenbaum sogar noch ein paar Kilometer mehr „drin“- doch im zweiten Lauf

den ersten hatte er in 2:22,8 noch beinahe „zahm“ gefahren), stellte sich der Wagen wenige Meter vor dem Ziel quer,

der Motor starb ab..,. das kostet Sekunden! Doch auch so - wie geschrieben - schaffte der Darmstädter,

 dessen herzhafte Fahrweise einen verdienten Erfolg davontrug, mit 4:44,2 Minuten(für zwei Durchgänge) einen imponierenden Rekord.

 Schnellster Tourenwagenfahrer war indes der Münchener H. E. Stieglbauer,

der seinen Mercedes 220 SE in 5:22,1 Minuten über die um 272 m ansteigende Strecke brachte.

Einige Stichworte noch schnell vorab:

  120 Wagen am Start - einige Ausfälle davon leider ein schwerer Trainingsunfall des Wiesbadeners Josef Scheja.

Im übrigen ging es meist harmlos ab - etwa 8000 Zuschauer - schließlich das herzliche „Auf Wiedersehen“ des Rheingau Landrats Bausinger.

 Und in diesem Wunsch liegt zugleich  das treffende Urteil für diese gelungene Veranstaltung - - -

Das Schild, auf dem steht, daß auf dieser Schlängel-Route höchstens 40 km gefahren dürfen und daß alles,

was darüber ist, für den Fahrer von Übel und für seinen Wagen von Nachteil sein kann - dieses Schild hätte sich am liebsten umgedreht.

 Mißachtung dazu noch ohnmächtig zu dulden, ist nicht Sache der Obrigkeits-Vertretung,

 und so mußte denn auch - wenn man einmal so sagen darf - das Auge des Gesetzes „beide Augen zudrücken“.

Denn die Schnellsten unter den Schnellen fuhren streckenweise 130 km!

Und der „Schnitt“, den die Zeitnehmer für sie errechneten, lag doppelt so hoch wie der erlaubte.

Und doch: wie diese Burschen durch die Kurven ziehen! Keinen Millimeter wollen sie verschenken,

auf daß ihnen nicht mal der Bruchteil einer Sekunde flöten geht.

 Wenn schon, denn schon! Und dennoch mit Maß und Ziel nach Maß zum Ziel.

Die Motoren heulen, die Reifen quietschen,  Staub wirbelt auf,

wenn sie das Bankett streifen ... und manchmal geht’s auch hart auf hart.

 Indes,: die Blechschäden-Bilanz liegt weiter unter dem Schnitt, auch wenn drei wunderschöne Autos arg zerdeppert wurden:

den feuerroten Alfa Romeo GSV  des Ebneters Josef Hecht erwischte es am ärgsten - erst drehte er sich um seine Längsachse,

dann noch um seine horizontale;  auf dem Dach blieb er liegen,  am Straßenhang; schlimm, doch: Josef Hecht erlitt nicht mal ‘ne Schramme.

Glück gehabt. Genausoviel Glück wie der Mittenkirchener  Ernst Hamberger,  dessen NSU-Prinz die Zielkurve nicht schaffte 

 und gut und geerne fünfzehn Meter tief durch die Büsche raste.

Oder auch wie der Stuttgarter Eberhard Rank, dessen Porsche Carrera einen Kilometerstein abrasierte,

als wäre er aus Pappe. Millimeter vor einem Felsmassiv blieb der Wagen stehen -  das Unfall-Auto,

blitzschnell herbeibeordert, kam - wie gut - umsonst.

Schwer erwischte es leider den Wiesbadener Josef Scheja, der im Training in der Zielkurve die Gewalt über seinen Porsche 1600 S verlor.

Zweimal überschlug sich der Wagen, beim zweitenmal wurde Scheja herausgeschleudert, erlitt Prellungen,

 Gesichts- und innere Verletzungen und mußte ins Krankenhaus überführt werden. Recht baldige Genesung!

Ansonsten (und dies natürlich zuvorderst): packende Rennen, disziplinierte Zuschauer und

 eine reibungslose Organisation auf einer entwicklungsfähigen Strecke. Altmeister Hans Stuck nannte den Kurs „prächtig“,

und der Stuttgarter Mercedes-300-SL-Fahrer Eberhard Mahle, mit dem eine Distanz zurückzulegen 

 der Schreiber dieser Zeilen das herzklopfende Vergnügen hatte,  war ebenso von ihm angetan wie die übrigen Starter.

Freilich - bei aller freundlichen Unterstützung, die insbesondere Rheingau-Landrat Bausinger der Veranstaltung bereits angedeihen ließ:

 es muß wohl noch einiges investiert werden. Die Tücken liegen in den schnellen, vermeintlich leichten Kurven.

 Wer hier „zaubern“ muß, wenn ihm der Wagen einmal ausbricht, der findet nicht den nötigen Spielraum

die eine oder andere Straßenverbreiterung wird also nötig sein,

wenn die Taunus - Bergprüfung einen festen Platz im OMK-Terminkalender haben soll.

Und das wäre wohl zu wünschen, weil damit - ohne daß der Zivilverkehr wesentlich beeinflußt wird

eine weitere attraktive und publikumswirksame Sportveranstaltung in unser Heimatgebiet gezogen würde.

Dem Hesse Motor Sports Club jedenfalls und seinem Präsidenten Gerd Kroeber (Wiesbaden) gehört ebenso der Beifall für diese Initiative

 wie dem unermüdlichen Rennleiter Egon Vomfell (Wiesbaden) und dem Erbenheimer Hans Dahlhausen,

 der sich mit dem Mainzer Wolfgang Diemer und dem Frankfurter Hopfen ins Sportkommissariat teilte.

Wiesbadener Kurier 21. August 1961

 

Zeitungsbericht von 1961

Offizielles Ergebnis der HMSC-Taunus Bergprüfung 20.08.1961

VW Okrasa

Name

Zeit

Fahrzeug

Graf Matuschka v. Greifenclau

2:36,7

VW Okrasa

Templeson

2:45,6

VW Okrasa Ghia

Becker

3:08,2

VWOkrasa Ghia

Thelen

3:20,2

VW Okrasa Ghia Expr.

Klasse 1000 - 1300 ccm

Name

Zeit

Fahrzeug

Bergmann

2:41,2

Alfa Romeo

Füger

3:06,8

Hansa 1100

Rosenmeyer

3:18,7

VW

 

 

Klasse 1301 - 1600 ccm

Name

Zeit

Fahrzeug

Feltes

2:41,2

Volvo

Maassen

2:41,2

Volvo

Höber

2:41,8

Volvo

Jungschlaeger

2:50,8

Volvo

Gschossmann

2:50,3

Volvo

Ohlemacher

2:49,3

Volvo

Bretthauer

2:51,4

Volvo

Reicher

2:51,5

Borgward

Ziemer

3:04,8

Ford MM

 

Klasse 1601 - 2000 ccm

Name

Zeit

Fahrzeug

Bergschneider

2:49,0

Citroen

Feltes

2:50,5

Peugot

Merkle

2:52,8

Mercedes 190

Eckhardt

3:26,3

Mercedes 190 D

Hennerici

3:31,9

Mercedes 180 D

Wegner

4:10,2

Mercedes 180 D

Klasse 2001 - 2500 ccm

Name

Zeit

Fahrzeug

Stiehlbauer

2:39,0

Mercedes 220 SE

Nessling

2:46,6

Mercedes 220 SE

Körber

2:48,3

Mercedes 220 SE

Köhler

2:56,1

Borgward

Plaut

2:55,2

Mercedes 220 SE

Zahn

3:01,2

Mercedes 220

 

Als Vorlage für diese Tabellen dienten mir KOPIEN der original Ergebnisbögen.

Diese wurden damals noch Handschriftlich ausgefüllt,

somit bitte Ich evtl. Fehler in den Namen zu entschuldigen.

Ich habe hier auch nur die jeweils schnellste Runde eingetragen.

Das Ergebnis setzte sich aus zwei Läufen zusammen wobei deren Zeiten Addiert wurden.

Aus dem Archiv des HMSC

Aus dem privaten Archiv von Michel Weber

Michel Weber Offenbach (Jahr?)