Presberg 1962

 

 

Gipfel - Stürmer am Volant

Deutscher Meisterschaftslauf zwischen Lorch und Presberg

Hesse Motor Sports Club Wiesbaden empfängt 130 Fahrer für 15 ausgeschriebene Rennen

Für alle deutschen Tourenwagenfahrer, die 1962 deutscher Automobilmeister am Berg werden wollen, beginnt die Jagd nach den Punkten am Sonntag (erster Start 9.30 Uhr) auf einer 3,3 Kilometer langen Strecke  mit 280 Meter Höhenunterschied im Rheingau (in den Gemarkungen Lorch und Presberg). Der rührige deutsch - amerikanische Hesse Motor Sports Club (HMSC) Wiesbaden, der im August des vergangenen Jahres auf diesem kurvenreichen und schwierigen Kurs das Wagnis eines Meisterschaftslaufes einging und auf Anhieb einen beachtlichen Erfolg verzeichnete, hat nach teilweise recht zähflüssigen Verhandlungen  und langer Vorbereitungsarbeit erreicht, daß er in diesen Jahr gleich zweimal - am Sonntag für Tourenwagen und am 26. August für Grand - Tourisme - Fahrzeuge - „Gastgeber“ bei Läufen zur deutschen Bergmeisterschaft ist. Daneben übrigens richtet der HMSC am 6. Mai in Hockenheim noch eine Veranstaltung aus, die zur deutschen Rundstreckenmeisterschaft zählt (hier ist der Wiesbadener Peter Lindner einer der beiden Titelverteidiger) und das letzte Rennen vor dem Umbau der Piste in Hockenheim ist.

Mehr noch als die Anerkennung, die der Wiesbadener Klub  mit der Genehmigung seiner drei Meisterschaftswettbewerbe seitens der Obersten Sportkommission für den Automobilsport in Deutschland (ONS) erfahren hat, beweist das Nennungsergebnis für das „Taunus - Bergrennen“ des Sonntags die Anziehungskraft dieser Veranstaltung, die noch keine langjährige Tradition hat. 130 Wagen werden im Laufe des 8. April in den 15 verschiedenen Tourenwagen - und Grand - Tourisme - Klasse auf die um 100 m verlängerte Strecke gehen.

Samstag dem Training vorbehalten
Unbestrittener Star an der Rheingauer Alp dürfte der Stuttgarter Eberhard Mahle sein, der 1959 bester deutscher Bergfahrer war und wahrscheinlich einen neuen Anlauf auf dieses Ziel unternimmt. Auf Volvo ist er der Hauptfavorit der Tourenwagenklasse bis 1600 ccm, zudem erscheint er in der Grand - Tourisme - Klasse über zwei Liter mit einem Mercedes 200 SL. Dieser Lauf, in dem daneben des Düsseldorfer Grand - Prix - Fahrers Seidel Ferrari 250 GT (allerdings mit einen anderen Düsseldorfer „Piloten“), ein Jaguar-E-Typ und ein Aston Martin die um 280 m ansteigende Strecke mit ihren vielen Kurven „nehmen“ wollen, sollte - obwohl die schweren, sportlichen Fahrzeuge nicht unter Meisterschaftsbedingungen gestartet werden - der absolute Höhepunkt des Programmes werden. Und die Schärfe der Auseinandersetzung macht schon das Training des Samstags hochinteressant, wenn auch die letzten motorischen Reserven erst am Sonntag (Beginn 9.30 Uhr, Ende gegen 16 Uhr) „ausgepackt“ werden - in den beiden Entscheidungsläufen um Sieg und Plätze. Einen neuen Streckenrekord wird es schon deshalb auf alle Fälle geben, weil die Distanz um 100 m länger geworden ist; dennoch erscheint es sogar möglich, daß die 2:21,4 Minuten des Darmstädters Rüschenbaum aus dem August des Vorjahres erreicht werden.

Heimische Elite zahlreich vertreten
In sämtlichen Klassen werden die Favoriten von starken Konkurrenten bedrängt werden. Die Liste der Aussichtsreichsten, die mit Panowitz (Boeblingen) und Wehner (Wiesbaden) auf NSU-Prinz, in der kleinsten Tourenwagenklasse (bis 600 ccm) beginnt und sich über Hahne (Düsseldorf); Fischhaber (Bad Tölz), beide BMW 700, Hönig (München) auf Fiat Abarth, den deutschen Vorjahrs - Bergmeister Kling (Schoemberg) auf DKW-Junior und Auto Union 1000, Mahle (Stuttgart) auf Volvo, Rader (Burscheid) auf Alfa Romeo 1900 TI, Sieglbauer (München)  auf Mercedes 220 SE, Vehling (Wiesbaden) auf Jaguar 3,8 l und Graf Matuschka-Greiffenclau (Schloß Vollrads/Winkel) auf VW - Okrasa bis zu Lindner (Wiesbaden) auf Aston-Martin und Mahle auf Mercedes 300 SL fortsetzt, kann also bei den Entscheidungsläufen selbst erheblich korrigiert werden. Hoffnungen auf gute Plätze machen sich neben den weiteren Wiesbadenern Braun (Alfa Romeo TI), Bensinger (VW 1500) und Goerlach (VW-Okrasa) und der einzigen startenden Dame Moni Wallraf (Garmisch) auf Auto-Union 1000 nicht zuletzt auch die streckenkundigen Rheingauer, die neben Graf Matuschka-Greifenclau, Klaus Drees (Lorch) auf Volvo B 1800, Weber und Zerbe (beide Johannisberg), Petry (Hattenheim), sämtlich aus NSU-Sportprinz, Zahn (Espenschied) auf Auto-Union 1000 und Usener (Erbach) auf Porsche 1600 ins Feld schicken.

Sicherheit wird groß geschrieben
Die Sicherheitsvorkehrungen wurden erheblich erweitert; 1,5 km des Kurses wurden mit Maschendraht umgeben (der Rest mit einer normalen Drahtabsperrung), die Verlängerung der Strecke dient ebenfalls der „Entschärfung“, und für Zuschauer wurden an den interessantesten Stellen Plätze geschaffen, während - ebenfalls aus Sicherheitsgründen - die anderen Abschnitte für Besucher gesperrt bleiben. Eine Zuschauerbrücke, ungefähr bei Kilometer 2,2 installiert, schafft genügend Bewegungsfreiheit für alle, die die Jagd der deutschen Elite von verschiedenen Punkten aus verfolgen wollen. Bliebe noch zu erwähnen, daß Egon Vomfell als Rennleiter und Gerd Kroeber (beide HMSC Wiesbaden) als Rennsekretär die Haupt - Vorbereitungsarbeit leisten und daß dies Sportkommissare Ruprecht Hopfen (Frankfurt), Hans Dahlhausen (Wiesbaden) und Wolfgang Diemer (Mainz/Wiesbaden) über den Verlauf des Taunus - Bergrennens wachen werden.

Mittwoch, 4. April 1962

Offizielles Ergebnis der HMSC-Taunus Bergprüfung 08.04.1962

Tourenwagen bis 600 ccm

Name

1.Lauf

2.Lauf

Fahrzeug

K.H. Panowitz

2:38,8

2:41,9

NSU Prinz

K.H. Trettau

2:49,5

2:50,5

NSU Prinz

Gerhard Schueler

2:53,3

2:52,1

NSU Prinz

Tourenwagen bis 700 ccm

Name

1.Lauf

2.Lauf

Fahrzeug

Edi Graf

2:35,8

2:24,5

BMW 700

Toni Fischhaber

2:35,3

2:34,7

BMW 700

Manfred Behnke

2:41,7

2:37,8

BMW 700

Tourenwagen bis 850 ccm

Name

1.Lauf

2.Lauf

Fahrzeug

Alfred Kling

2:38,1

2:37,4

DKW Junior

Alfred Hoenig

2:47,6

2:45,7

DKW Junior

Rudolf Zieringer

2:52,7

2:51,0

DKW Junior

Tourenwagen bis 1000 ccm

Name

1.Lauf

2.Lauf

Fahrzeug

Alfred Kling

2:40,7

2:48,5

AU 1000

Wolfgang Zahn

2:47,6

2:45,7

AU 1000

Friedhelm Slowick

2:48,8

2:45,4

AU 1000

 

Tourenwagen bis 1300 ccm

Name

1.Lauf

2.Lauf

Fahrzeug

Hans Braun

2:44,7

2:48,6

Alfa Romeo Ti

Dieter Schmidt

2:51,8

2:50,5

Alfa Romeo Ti

Eugen Fauser

2:50,0

2:54,3

Alfa Romeo Ti

Tourenwagen bis 1600 ccm

Name

1.Lauf

2.Lauf

Fahrzeug

Eberhard Mahle

2:36,0

2:40,9

Volvo PV 544

Alfred Höber

2:34,5

2:43,0

Volvo PV 544

Robert Gschossmann

2:42,9

2:55,0

Volvo PV 544

Tourenwagen bis 2000 ccm

Name

1.Lauf

2.Lauf

Fahrzeug

Horst Floth

2:39,5

2:53,8

Volvo Sport

Werner Wirsing

2:52,3

2:59,3

Ford 17 M

Klaus Drees

2:52,4

3:01,1

Volvo Sport

 

Tourenwagen bis 2500 ccm

Name

1.Lauf

2.Lauf

Fahrzeug

Peter Hamann

2:33,8

2:48,8

Mercedes 220 SE

H.E. Stiegelbauer

2:38,7

2:55,3

Mercedes 220 SE

Guenther Drees

2:43,5

2:56,3

Mercedes 220 SE

 

Tourenwagen über 2500 ccm

Name

1.Lauf

2.Lauf

Fahrzeug

Peter Therstappen

2:37,1

2:46,9

BMW 502

Klaus Vehling

2:40,9

2:54,7

Jaguar 3,8

Grand Tourisme bis 600 ccm

Name

1.Lauf

2.Lauf

Fahrzeug

Hans Wehner

2:56,8

3:01,5

NSU Sport Prinz

Josef Weber

3:05,3

3:10,5

NSU Sport Prinz

Achim Zerbe

3:10,1

3:14,8

NSU Sport Prinz

Grand Tourisme bis 1300 ccm

Name

1.Lauf

2.Lauf

Fahrzeug

Dieter Wipperführt

2:30,0

2:51,4

Alfa Romeo GSVZ

Wolf Goerlach

2:46,0

2:59,1

VW Okrasa

Grand Tourisme bis 1600 ccm

Name

1.Lauf

2.Lauf

Fahrzeug

Michel Weber

2:25,9

2:34,8

Porsche Carrera

Manfred Mohr

2:26,9

2:35,0

Porsche Carrera

Günther Schwarz

2:32,5

2:40,5

Porsche S 90

Grand Tourisme über 1600 ccm

Name

1.Lauf

2.Lauf

Fahrzeug

Eberhard Mahle

2:22,3

2:31,7

Mercedes 300 SL

Günther Lohsträter

2:28,3

2:39,6

Ferrari 250 GT

“Rober,Frank”

2:29,1

2:52,5

Ferrari 250 GT

 

Aus dem Archiv des HMSC