Presberg 1963

 

 

 

Rallye-Startnummer 1 auch am Berg Nummer 1

Wetzlarer Ex - Europameister Walter fährt neuen Streckenrekord an der Rheingauer Alp

Wenn das so weitergeht bei der 25. Internationalen Rallye Wiesbaden (Deutschland - Rallye) des Wiesbadener Automobil - Clubs im AvD! Die erste Sonderprüfung hatte schon nach wenigen der 1900 Kilometer Gesamtstrecke auf dem bewährten 3,3 - km - Bergkurs zwischen Lorch und Presberg mit seinen 28 Kurven und seiner 276 - m - Steigung vom Start bis zum Ziel „Musik“:  In beiden Klassen purzelten die Rekorde! Ex - Europameister Hans-Joachim Walter (Wetzlar) fuhr in der mit 23 Wagen besetzten Grand - Tourisme - Klasse, in der es um Punkte für die Weltmeisterschaft geht, am Steuer eines Zwei - Liter - Porsche - Carreras mit der tiefliegenden Abarth - Karosserie einen neuen absoluten Streckenrekord heraus - 2:22,3 Minuten zeigten die Uhren oben an der „Rheingauer Alp“, das sind sieben Zehntelsekunden weniger als vor zwei Jahren der Stuttgarter Eberhard Mahle auf einem Mercedes 300 SL gefahren war. Hans Joachim Walter

Allerdings mit dem Unterschied, daß Mahle seine 2:“§;= Minuten in einem reinen Rennen erreicht hatte, während Walter sie nunmehr in der ersten Einzelprüfung einer „Marathon - Rallye“ verbesserte. Des Wetzlarers Durchschnittsgeschwindigkeit  von 83,485 Stundenkilometer  ist angesichts des Schwierigkeitsgrades der Straße, die sich zudem zur Zeit nicht gerade im allerbesten Zustand befindet, unwahrscheinlich...

Wenn schon ein Ex - Europameister wie Walter - er war übrigens mit Nummer „1“ an den Start gegangen und er war auch am Ende des Bergrennens noch der Spitzenfahrer - derart die Bestzeit aus den Angeln hob, konnte sich ein „regierender“ Europachampion wie der Stuttgarter Eugen Böhringer mit seinem Werks - Mercedes 300 Seb nicht lumpen lassen. Seine 2:30,1 Minuten sind bei den Tourenwagen auch neuer Streckenrekord (79,147 km/Std entspricht das), eine für die Ausmaße des Wagens und den Schwierigkeiten in den Kurven ähnlich erstaunliche Zeit.

Munter in der Spitze ihrer Klasse lagen auch die beiden Wiesbadener von Schweinichen (2:40 Minuten auf DKW-Junior) und Wehner (2:50,0 auf NSU-Prinz), wenn sie auch von Koob (Belgien/DKW-Junior) in 2:34,6 beziehungsweise dem Österreicher Pöltinger (2:45,6 auf Steyr Puch 500 D) in den Schatten gestellt wurden. Aber Wehner rangiert immerhin noch vor den deutschen Bergmeister Panowitz (Böblingen), der auf NSU-Prinz 2:55,2 Minuten benötigte.

Ein mustergültiger Ausrichter der ersten Sonderprüfung war der HMSC Wiesbaden, der auf dieser Strecke ja alljährlich sein Bergrennen veranstaltet, mit Gerd Kröber und Volker Carius an der Spitze. Für sie war die Arbeit getan, als die 97 verbliebenen Wagen der internationalen Kategorie (die nationale Fahrt wird erst heute gestartet) nach drei Ausfällen wegen Motorschadens die Weiterfahrt in Richtung Nürburgring antraten. Die Rallye indessen geht weiter bis zum morgigen Vormittag.

Wiebadener Kurier, 1963