Presberg 1974

 

Im Bild zu sehen Klasse 10 und 11- Sportwagen Gruppe 5 und 7 bis 1300ccm Startnummer 6 Heinz Schaltinat, Essen auf Abarth 1300

im oberen Bild Startnummer 142 Werner Weber , Müllheim mit NSU TTS in der Klasse 2-Tourenwagen bis 1000ccm

Dieter Kern fährt tollen Rekord

                              Alte Garde verteidigt in Presberg erfolgreich ihre Spitzenposition

Mit großem Erfolg verteidigte der zweifache deutsche Bergmeister, Dieter Kern aus Ransbach, seine Favoritenrolle bei der 14. Taunus Bergprüfung des HMSC in Presberg. Er jagte die 270 PS seines GRD-Ford 2000 in der phantastischen Rekordzeit von 1:48,04 min den 3,3 km langen Berg hinauf, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 110 km/h entspricht , und blieb damit ganze 2,2 sec unter dem Rekord des Vorjahres, den der Kemptener  Johann Abt  aufgestellt hatte. Schon im Training schaffte Kern mit seinem Wagen, den er zum ersten mal in dieser Saison einsetzte, auf Anhieb die Tagesbestleistung.

Sein Rekord im Rennen entstand jedoch schon im ersten Lauf und hätte von Ihm selbst noch unterboten werden können, wenn nicht das schlechte Wetter dazwischengekommen wäre. So aber mussten die Fahrer schon um 14:30 Uhr die Regenreifen auspacken und von da an etwas langsamer treten.

Bis dahin waren die Bedingungen nahezu ideal. Trockene Straße ,keine blendende Sonne, lediglich die Fahrbahn war um etwa 10 Grad zu kühl, so das die „Slickreifen“ nicht die optimale Temperatur erreichten.

Es klingt etwas haarspalterisch, aber auf einer Strecke, wo um Hundertstel gefeilt wird, bekommen kleinste „Nebensachen“ größte Bedeutung.

Insgesamt bestätigte sich erneut der augenblickliche Trend auf der Rennszene:

Feldbeherrschend sind die jüngeren Vertreter der älteren Generation, während die älteren der jüngeren noch nicht ganz soweit sind, um in der Spitze mitreden zu können.

Erfahrene Kämpfer wie Georg Bock, Dr. Wangemann (der sich aus geschäftlichen Gründen hinter dem Pseudonym „Dr. X“ verbarg), Wilhelm Bartels und der Bergeuropameister Helmut Mander machten fast unangefochten ihre Klassensiege klar.

Bei Dieter Kern, dem großen Gesamtsieger des Tages, betrug die Differenz zum Zweitplatziertensogar fast volle 9 Sekunden.Freilich war Kerns Ford mit dem Formel II Motor schon rein technisch weit überlegen.

Aber auch die jüngeren Fahrer haben unter sich schon ihre Stars, die sich vor allem in den Hubraum-kleineren Klassen produzieren. Hörbares Staunen auf den dicht besetzten Berghängen löste zum Beispiel die Klassenbestzeit von Willi Bergmeister  aus, der seinen kleinen NSU TT in 1:56,5 durch die Presberger Kurven drosch. Fürwahr, fürs Auge wurde diesmal viel geboten, und die Zuschauer, die mit ihrem selten gesehenen Aufmarsch von rund 8000 Menschen ihrerseits einen Rekord aufstellten, wären sehr zufrieden nach Hause gegangen, wenn nicht der Regen sie in die Flucht getrieben hätte.

So war das Rennen schon zweieinhalb Stunden früher als geplant faktisch entschieden und die meisten trollten sich, auf Petrus schimpfend nach Hause.

Wenn es allerdings einen Schutzpatron für Bergrenner gibt, dann sollte man ihm herzlich danken, denn diesmal ging nichts schief. Kein Unfall überschattete, wie im letzten Jahr,

das Geschehen und keine Organisationspanne dämpfte die Stimmung.

„Ich habe den Eindruck, als ob es diesmal keiner nötig hätte, wie ein Geisteskranker zu rasen“, meinte ein Fahrer und gab vor allem den technischen Fortschritt als Grund dafür an:

„Es ist im letzten Jahr alles besser geworden. Die Autos, die Reifen, die Straße....“- Nur das Wetter nicht...

Wiesbadener Kurier  Montag den 25.März 1974

Aus Fotoalbum HMSC

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