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Taunus-Bergprüfung 1961-1981

Talentschmiede im  Rheingau

Nachdem die Bundeswehr 1961 den Flughafen Pferdsfeld, nicht mehr für Autorennen freigab,

 musste ein  neues Betätigungsfeld für den Motorsport gefunden werden.

 Der Taunus mit seiner  tollen Berglandschaft bot sich für eine Bergprüfung an

und so war auch schnell  eine passende und anspruchsvolle Strecke gefunden.

Die  3,3 km lange Strecke von der Siedlung Pfaffenthal, nahe der Wisperstraße,

hinauf  nach Presberg vorbei am Restaurant “Rheingauer Alp”.

 

Auf  diesen 3,3 km galt es einen Höhenunterschied von 280m und 28 teils schwierigen  Kurven zu bezwingen.

 

Aufgrund der guten Beziehung zur Straßenmeisterei in Geisenheim,

 bekam die Strecke von Jahr zu Jahr mehr einen Rennsport-tauglichen Charakter.

Kenner der Szene sprachen  von der schönsten Bergrennstrecke nach der  Schauinsland-Strecke.

Am Anfang gestaltete sich alles noch etwas schwierig,

 sei es die Bergung von  Verunfallten Fahrzeugen oder die Kommunikation zwischen Start und  Ziel.

Zu Beginn wurden die Bergungs- und Abschlepparbeiten noch von Hans Volz

mit einem Traktor von Schloss Vollrads durchgeführt.

 Später verpflichtete man die  Abschleppfirma Weiss,

 deren Fahrer, ein Zivil-Amerikaner, von den Mannen des  HMSC nur “Cowboy” genannt wurde.

 In den späteren Jahren wurden die Bergungs- und Abschlepparbeiten von der Firma “Pick-Away”

und der ONS-Staffel  übernommen.

Die  Kommunikation zwischen Start und Ziel sowie den Streckenposten

 verrichtete man  mit einer Feldtelefonanlage der US-Amerikaner.

Für  die heutigen Verhältnisse mögen diese Umstände etwas primitiv wirken

 aber gerade  diese Umstände machten diese Veranstaltung zu einem absoluten Highlight

 und  einer Herausforderung zugleich.

 Jahr für Jahr starteten zwischen 140 und 180 Fahrer in Presberg,

 wobei man sich denken kann, wie schwer es ist ein  Fahrerlager zu finden.

 Anfangs fand man auf dem Sportplatz den Raum für Mensch  und Material,

 jedoch lies es sich nicht vermeiden das dieser auch Schäden davon trug.

Was tun?? Ganz einfach - man erklärte ganz Presberg zu einem riesigen Fahrerlager!!

Ein Führungsfahrzeug führte dann jeweils 15 Fahrzeuge pro Gruppe  zum Start,

da aufgrund der fehlenden Wendemöglichkeit nicht mehr Fahrzeuge Platz fanden.

Dennoch wurden die Rennen  mit der Zeit erweitert und so fuhr man später Läufe zur deutschenTourenwagen

 und GT-Bergmeisterschaft, den Bergpokal und das ONS und  ATMA-Speedchampionship

 (Zusammenschluß aller deutsch-amerikanischen Motorsportclubs in Deutschland).

In den 60er Jahren wurde die Strecke von so tollen und legendären Fahrzeugen wie:

 Steyer Puch, BMW 700, NSU Prinz, Jaguar MK 2, Porsche Carrera

und Porsche Carrera  Super 90 und Porsche 904 GTS befahren.

Zu den tollen Fahrzeugen, kamen auch dementsprechend große Namen an den “Monte  Preso”,

wie die Strecke im Taunus auch liebevoll genannt wurde.

Hier nur ein kleiner Auszug: Michael Weber, Udo Schütz, Willi Kauhsen, Manfred Spiess, Jochen Neerpasch,

 Gerhard Schüler, Hubert Hahne, Klaus Ludwig, Willi Bartels, Hans Freiherr von Richthofen,

Jürgen Neuhaus und Jochen Maas, der sogar einmal als Streckenposten aushalf.

Mit  von der Partie waren natürlich auch einheimische Fahrer und HMSC-Mitglieder, 

auch hier ein kleiner Auszug:

Horst Neusel, HansBraun, Richard Weiland, Helmut Fercke, Graf Karl Matuschka uvm.

Legendär, ja wenn nicht  sogar berüchtigt,

 waren die Feiern an den Rennabenden in der Rheingauer Alp mit ihrem Wirt Toni Bieger.

Da musste auch schon mal der Putz an der Decke erneuert werden,

da der alte nach einem Bombardement mit Sektkorken nur noch mit einer  Kraterlandschaft vergleichbar war.

Die  Taunus-Bergprüfung fand zum letzten mal im Jahr 1982 durch den NAVC statt.

 Aufgrund der hohen Sicherheitsauflagen der ONS-Abnahmekommisare

 fasste man den Entschlussdas Rennen aufzugeben.

Ein Einhalten der geforderten Auflagen, wäre mit aufwendigen Umbauarbeiten verbunden gewesen.

 

ENDE


Der  Text stammt von Herrn Harald Deckert Mitglied im HMSC Wiesbaden.